LMU-Rabauken

Kinderkrippe an der Ludwig-Maximilians-Universität

Hinweise zur Eingewöhnung

Die Elternschaft und die Fachkräfte sind sich der besonderen Bedeutung von Bindung (im Sinne von J. Bowlby und M. Ainsworth) für Kinder im Krippenalter als entscheidender Faktor für gesundes Aufwachsen und Resilienz bewusst.

Das bedeutet, dass der Übergang von der meist ausschließlich familiären Betreuung entsprechend sensibel gestaltet wird. Ziel ist es, dass es dem Kleinkind gelingt eine tragfähige und vertrauensvolle Beziehung zu den Fachkräften in der Gruppe aufzubauen. Dass diese Entwicklungsaufgabe erfolgreich gemeistert wurde, erkannt man u.a. daran, dass das Kind den Abschied von Mama oder Papa realisiert, ihn zur Kenntnis nimmt und bedauert, sich aber von den Fachkräften schnell beruhigen lässt und ein Spiel aufnehmen kann. Bei der Rückkehr von Mama oder Papa nach der Trennung freut sich das Kind über das Wiedersehen.

Für ein gutes Gelingen der Eingewöhnung findet unmittelbar vor der Eingewöhnung ein Gespräch zwischen den Eltern, der Gruppenleitung und Krippenleitung statt, um auf beiden Seiten optimale Bedingungen für die Eingewöhnung zu schaffen (Kontinuität, ausreichend Zeit, etc.).

Für die Eingewöhnungsphase gibt es bei den LMU-Rabauken einen Rahmenplan, der sehr individuell auf das einzelne Kind und seine Bedürfnisse angepasst wird!

  1. In der ersten Woche findet keine Trennung statt. Die Kinder bleiben für ca. 90 Minuten mit ihren Eltern in der Einrichtung (ca. 8:30-10:00 Uhr).Dabei ist es wichtig, dass die Eltern als sicherer emotionaler Hafen anwesend sind und dabei weder „klammern“ noch sich distanzieren. Die Fachkräfte versuchen dabei das Kind in ein Spiel miteinzubeziehen.
  2. Im Laufe der zweiten Woche kann, je nach Befinden des Kindes, der erste Trennungsversuch unternommen werden. Die Fachkräfte ergreifen die Initiative. Die erste Trennung dauert nach genauer Absprache mit den Fachkräften 5-10 Minuten. Oberstes Ziel ist es, dass die Trennung gut klappt. Das bedeutet, dass sich das Kind von den Fachkräften beruhigen/trösten lässt, nicht, dass sie lange dauert!
  3. In der dritten Woche wird die Steigerung der Trennungsphase fokussiert. Im Optimalfall kann das Kind bis vor dem Mittagessen (11:30 Uhr) bleiben. Die Zeiten werden täglich individuell zwischen Fachkräften und Eltern vereinbart. Bei der Rückkehr des Elternteils wird eine zügige Verabschiedung aus der Krippe befürwortet, so lernt das Kind „Mama kommt wieder und wir gehen nach Hause.“
  4. In der vierten Woche wird angestrebt, dass das Kind in der Krippe zu Mittag isst und um 12 Uhr abgeholt wird.
  5. In der fünften Woche wird versucht, dass das Kind den Mittagschlaf in der Einrichtung macht.

Die Dauer der Eingewöhnung von ca. sechs Wochen sollte bei der Planung und der Rückkehr in den Job berücksichtigt werden!

Ein vertrautes Kuscheltier oder Schnuller hat sich als hilfreich erwiesen.